Dienstag, 9. August 2011
Nachlese 1. Spieltag, 1:3 in Dortmund
Die Chancenlosigkeit vom Freitag war natürlich schmerzhaft. Positiv zu vermerken waren allenfalls der muntere Auftritt Töres und die nicht endenwollende lautstarke Unterstützung der mitgereisten Hamburger Jungs.

Zur Journaille:

Bei der sportlichen Bewertung des Spiels (Dortmund tausendmal besser) gab es ja keine zwei Meinungen.

Insofern auch nur ein wenig Bemerkenswertes aus der Presse:

Der "kicker" schreibt, dass Oenning die Dominanz der Dortmunder im zentralen Mittelfeld durch die Aufstellung von Rincon und Kacar erst ermöglicht habe ("eine waghalsige Entscheidung"). Die Hamburger Taktik habe es den Dortmundern "leicht gemacht". Ob das stimmt? Schließlich lässt sich der Gegenbeweis nicht führen. Aber dass nun ausgerechnet der vom "kicker" empfohlene David Jarolim den Meisterexpress gestoppt hätte, scheint mir doch zweifelhaft. Wahrscheinlicher ist doch, dass das Spiel keinen anderen Verlauf genommen hätte (und Oenning dann ebenfalls für seine Taktik kritisiert worden wäre).
Vielleicht wollte kicker-Redakteur Sebastian Wolff sich auch nur für die Freundlichkeit bedanken, mit der ihn Jarolim kürzlich in Prag (für die kicker-Serie "wo alles anfing") empfangen hatte.

Mein Eindruck war übrigens, dass Dortmunds Überlegenheit vor allem auf das "blinde" Verständnis untereinander und die großartige Raumaufteilung zurück zu führen ist. Die Mannschaft ist eingespielt und hat ein aufwändiges taktisches Konzept, das jeder Spieler zu begreifen scheint. Außerdem hilft es, einen Mario Götze im Team zu haben. So kann man richtig schnell spielen und der Gegner kuckt (wie wir) blöd aus der Wäsche.

Zur Bildzeitung:
Im Gegensatz zum Ergebnis des Freitagspiels ist Jürgen Schnitgerhans' gestriger Kommentar keine Enttäuschung.
Zunächst gibt S. die Rolle des nüchternen Aufklärers, der der Ansicht ist, dass es gegen den BVB "leicht sechs oder sieben Stück hätte geben können".
Übertrieben, aber nicht ganz falsch.

Dann werden diejenigen belehrt, die vor der Saison glaubten, dass der HSV oben mitspielen könne.
Wie konnte es zu dieser Fehleinschätzung kommen?
Immerhin hatten Bild, Mopo und Abendblatt schon anlässlich der alarmierenden Testspielniederlage gegen Valencia eine tiefe HSV-Krise ausgerufen. Und trotzdem scheint es noch realitätsferne Träumer gegeben zu haben. Unglaublich! Wer da nun unberechtigterweise geträumt hat verrät Schnitgerhans uns leider nicht. Waren es Optimisten? Oder Journalistenkollegen? Egal: Schnitgerhans mahnt sie alle in Zukunft nicht mehr zu träumen.

Danach kann es der BILD-Redakteur einmal mehr nicht lassen, sich über eine Sache zu äußern, von der er rein gar nichts versteht. Den sportlichen Bereich also. "Dieser HSV" so klagt er, habe "kein Korsett". Die Oldies Jarolim, Petric und Guerrero "können nicht helfen". Man brauche stattdessen "Erwachsene" und dürfe so schnell keine "Jugendherberge" aus dem HSV machen, denn "das geht nicht". Ein Umbruch allerdings sei zweifellos "notwendig".

Das alles ist doch sehr destruktiv, konfus und widersprüchlich. Doch auf Erklärungen müssen wir noch mindestens eine Woche warten, denn der Artikel war nach dem floskelhaften Hinweis auf das kommende "sechs-Punkte-Spiel" gegen Hertha am nächten Samstag schon vorbei und endete wie üblich mit drei Punkten...

also dann bis zur nächsten "BILD-Analyse" am nächsten Montag, Prost Jürgen!


P.S. Auch der "kicker" bleibt im Rahmen der Erwartungen, denn der HSV belegt den letzten Platz im aktuellen kicker Notenranking. Selbst Leverkusen und Köln (zuhause 0:3 gegen starke Wolfsburger) konnten da nicht mithalten.

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Freitag, 5. August 2011
Vorfreude...
Heute geht es los und ich freu mich.
Auf eine verjüngte Mannschaft, die sich den Arsch aufreißen wird und auf ein Hamburger Publikum, das die Laufarbeit und den Kampf der Jungs honoriert und die Mannschaft frenetisch anfeuert. Auf Fans, die die spielerischen Mängel der Oenningschen Elf geduldig nachsehen und in jedem Falle heiser den Heimweg antreten. Auf Gegner, die im Volkspark die Nerven verlieren und auf genügend Punkte, die uns von Anfang an den Abstiegskampf ersparen.

Aus publizistischer Sicht freue ich mich besonders auf die Montagsausgabe der Bildzeitung. Auf Jürgen Schnitgerhans' humoristische Kommentare, die er weiterhin vieldeutig und nichtssagend mit drei fortlaufenden Punkten enden lassen wird...
Auf seine entrückten Forderungen und Mahnungen (Van der Vaart zurück, sofort!!)... Auf seinen Weltschmerz... Und auf die Beschimpfungen, die er auf die jungen Spieler, Verzeihung MILLIONÄRE, niederprasseln lassen wird...
Und auf einen Vorstand, der ihm zum Dank noch eine goldene Uhr überreichen wird...

Darauf einen Dujardin, Jürgen...

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Donnerstag, 4. August 2011
Mopo, wird sie eingestellt?
Besonders scheinheilig ist die Berichterstattung der Hamburger Morgenpost in diesen Tagen.
Zunächst wurde gegen jede journalistische Regel verstoßen und ins Blaue hinein behauptet, dass Änis Ben-Hatira "die Schnauze voll" habe (weil er seinen Vertrag noch nicht verlängert hat) und dass Marcell Jansens "Frust immer größer" werde (weil er in der Vorbereitung nicht immer gespielt hat). Derartige Äußerungen der Spieler lagen allerdings gar nicht vor.

Und auch über Mladen Petric hat die Mopo krasse Geheiminformationen. Weil sich der Kroate die Zeit nimmt, über seine Vertragsverlängerung nachzudenken, wirft die "Mopo" in Gestalt der Insider Simon Braasch, Frederik Ahrens und Florian Rebien einfach mal eine Frage in die Runde:

"Petric, geht er sofort?"

Das schafft wenigstens Unruhe im Umfeld und kostet nichts. Einfach nur peinlich.

Heute nun beklagt Redakteur Braasch mit erhobenen Zeigefinger die Geister, die er selbst täglich ruft.
Der "fehlende Wille der Fans, Geduld aufzubringen" bedeute "eine gefährliche Ausgangslage", erkennt der weitsichtige Kommentator und der Schwafler weiß noch mehr: "Grundsätzliches" stehe auf dem Spiel.
Der Kommentar trägt übrigens den Titel:
"Eine Diskussion, die keiner braucht."

Soweit die Mopo.

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Mittwoch, 3. August 2011
kicker-Tippspiel 2011/2012
Achtung! Alle Mitspieler werden davor gewarnt, Spieler des Hamburger SV in ihre Spielkader aufzunehmen, denn die maßgebliche Notengebung des Fachmagazins "kicker" ist ebenso eigen wie berüchtigt. Aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, dass die optimale, also bestmögliche Note eines Hamburger Spielers, eine "3" ist. Sie ist allerdings nur theoretisch möglich. Für jede misslungene Aktion (kein Tor) wird dagegen auf jeden Fall ein halber Punkt abgezogen, der wiederum den Spielern aus Mainz und Leverkusen gut geschrieben wird.
In der vergangenen Saison erreichten die Hamburger auf diese Weise dennoch einen vortrefflichen 16. Platz in der Endabrechnung des Magazins. Die "offizielle" Tabelle der DFL spiegelte diese Leistung irrtümlich nicht wieder. Der "kicker" bittet hierfür um Entschuldigung.

S.W.

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Testspiel gegen Valencia 1:2
Das letzte Testspiel vor der Saison wurde also verloren.
Wen interessiert's?

Die Experten des Abendblatts (Alexander Berthold, Kai Schiller und Marcus Scholz) jedenfalls nehmen die Partie zum Anlass, sich Gedanken über den HSV zu machen und befinden das Team als "zu leicht".

Dass das Abendblatt gleich drei Redakteure zu einem Freundschaftsspiel schickt, ist an sich schon bemerkenswert.
Aber gut: den sechs kritischen Augen blieb keine Schwäche unserer Mannschaft verborgen. "Simple Hackentricks" des Gegners genügten die "gesamte Defensive auszuhebeln".
Versuche, den HSV taktisch-defensiv neu zu formieren "scheiterten". Die Spanier hatten also "leichtes Spiel".

Nach dem sportlichen Sinn eines TESTspiels
(testen) fragten die Redakteure allerdings nicht. Stattdessen wird scharfsinnig analysiert, Schwachpunkte schonungslos aufgedeckt und in der üblichen, schlecht gelaunten Weise vorgetragen.

Man scheint sich schon mal für die Saison warm zu schießen. Insofern war es auch ein Testspiel für die Redakteure.
Kredit scheint das neu formierte junge Team Oennings beim Abendblatt jedenfalls nicht zu besitzen.

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Dienstag, 2. August 2011
Ein neuer HSV-Blog, warum ?
Die Presse-Berichterstattung über den HSV nervt.

Der Blog beobachtet also die Arbeit derjenigen Journalisten, die sich mit dem HSV beschäftigen.
Wir wollen konstruktiv sein, auf journalistische Fehler hinweisen und Verbesserungsvorschläge machen.

Wir achten darauf, ob Nachrichten und Meinungen vermischt werden und verweisen auf inhaltliche Widersprüche.

Wir lesen Abendblatt, Mopo, BILD und das "Fachmagazin" kicker.

Viel Spaß!

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