Dienstag, 9. August 2011
Nachlese 1. Spieltag, 1:3 in Dortmund
georg volkspark, 14:42h
Die Chancenlosigkeit vom Freitag war natürlich schmerzhaft. Positiv zu vermerken waren allenfalls der muntere Auftritt Töres und die nicht endenwollende lautstarke Unterstützung der mitgereisten Hamburger Jungs.
Zur Journaille:
Bei der sportlichen Bewertung des Spiels (Dortmund tausendmal besser) gab es ja keine zwei Meinungen.
Insofern auch nur ein wenig Bemerkenswertes aus der Presse:
Der "kicker" schreibt, dass Oenning die Dominanz der Dortmunder im zentralen Mittelfeld durch die Aufstellung von Rincon und Kacar erst ermöglicht habe ("eine waghalsige Entscheidung"). Die Hamburger Taktik habe es den Dortmundern "leicht gemacht". Ob das stimmt? Schließlich lässt sich der Gegenbeweis nicht führen. Aber dass nun ausgerechnet der vom "kicker" empfohlene David Jarolim den Meisterexpress gestoppt hätte, scheint mir doch zweifelhaft. Wahrscheinlicher ist doch, dass das Spiel keinen anderen Verlauf genommen hätte (und Oenning dann ebenfalls für seine Taktik kritisiert worden wäre).
Vielleicht wollte kicker-Redakteur Sebastian Wolff sich auch nur für die Freundlichkeit bedanken, mit der ihn Jarolim kürzlich in Prag (für die kicker-Serie "wo alles anfing") empfangen hatte.
Mein Eindruck war übrigens, dass Dortmunds Überlegenheit vor allem auf das "blinde" Verständnis untereinander und die großartige Raumaufteilung zurück zu führen ist. Die Mannschaft ist eingespielt und hat ein aufwändiges taktisches Konzept, das jeder Spieler zu begreifen scheint. Außerdem hilft es, einen Mario Götze im Team zu haben. So kann man richtig schnell spielen und der Gegner kuckt (wie wir) blöd aus der Wäsche.
Zur Bildzeitung:
Im Gegensatz zum Ergebnis des Freitagspiels ist Jürgen Schnitgerhans' gestriger Kommentar keine Enttäuschung.
Zunächst gibt S. die Rolle des nüchternen Aufklärers, der der Ansicht ist, dass es gegen den BVB "leicht sechs oder sieben Stück hätte geben können".
Übertrieben, aber nicht ganz falsch.
Dann werden diejenigen belehrt, die vor der Saison glaubten, dass der HSV oben mitspielen könne.
Wie konnte es zu dieser Fehleinschätzung kommen?
Immerhin hatten Bild, Mopo und Abendblatt schon anlässlich der alarmierenden Testspielniederlage gegen Valencia eine tiefe HSV-Krise ausgerufen. Und trotzdem scheint es noch realitätsferne Träumer gegeben zu haben. Unglaublich! Wer da nun unberechtigterweise geträumt hat verrät Schnitgerhans uns leider nicht. Waren es Optimisten? Oder Journalistenkollegen? Egal: Schnitgerhans mahnt sie alle in Zukunft nicht mehr zu träumen.
Danach kann es der BILD-Redakteur einmal mehr nicht lassen, sich über eine Sache zu äußern, von der er rein gar nichts versteht. Den sportlichen Bereich also. "Dieser HSV" so klagt er, habe "kein Korsett". Die Oldies Jarolim, Petric und Guerrero "können nicht helfen". Man brauche stattdessen "Erwachsene" und dürfe so schnell keine "Jugendherberge" aus dem HSV machen, denn "das geht nicht". Ein Umbruch allerdings sei zweifellos "notwendig".
Das alles ist doch sehr destruktiv, konfus und widersprüchlich. Doch auf Erklärungen müssen wir noch mindestens eine Woche warten, denn der Artikel war nach dem floskelhaften Hinweis auf das kommende "sechs-Punkte-Spiel" gegen Hertha am nächten Samstag schon vorbei und endete wie üblich mit drei Punkten...
also dann bis zur nächsten "BILD-Analyse" am nächsten Montag, Prost Jürgen!
P.S. Auch der "kicker" bleibt im Rahmen der Erwartungen, denn der HSV belegt den letzten Platz im aktuellen kicker Notenranking. Selbst Leverkusen und Köln (zuhause 0:3 gegen starke Wolfsburger) konnten da nicht mithalten.
Zur Journaille:
Bei der sportlichen Bewertung des Spiels (Dortmund tausendmal besser) gab es ja keine zwei Meinungen.
Insofern auch nur ein wenig Bemerkenswertes aus der Presse:
Der "kicker" schreibt, dass Oenning die Dominanz der Dortmunder im zentralen Mittelfeld durch die Aufstellung von Rincon und Kacar erst ermöglicht habe ("eine waghalsige Entscheidung"). Die Hamburger Taktik habe es den Dortmundern "leicht gemacht". Ob das stimmt? Schließlich lässt sich der Gegenbeweis nicht führen. Aber dass nun ausgerechnet der vom "kicker" empfohlene David Jarolim den Meisterexpress gestoppt hätte, scheint mir doch zweifelhaft. Wahrscheinlicher ist doch, dass das Spiel keinen anderen Verlauf genommen hätte (und Oenning dann ebenfalls für seine Taktik kritisiert worden wäre).
Vielleicht wollte kicker-Redakteur Sebastian Wolff sich auch nur für die Freundlichkeit bedanken, mit der ihn Jarolim kürzlich in Prag (für die kicker-Serie "wo alles anfing") empfangen hatte.
Mein Eindruck war übrigens, dass Dortmunds Überlegenheit vor allem auf das "blinde" Verständnis untereinander und die großartige Raumaufteilung zurück zu führen ist. Die Mannschaft ist eingespielt und hat ein aufwändiges taktisches Konzept, das jeder Spieler zu begreifen scheint. Außerdem hilft es, einen Mario Götze im Team zu haben. So kann man richtig schnell spielen und der Gegner kuckt (wie wir) blöd aus der Wäsche.
Zur Bildzeitung:
Im Gegensatz zum Ergebnis des Freitagspiels ist Jürgen Schnitgerhans' gestriger Kommentar keine Enttäuschung.
Zunächst gibt S. die Rolle des nüchternen Aufklärers, der der Ansicht ist, dass es gegen den BVB "leicht sechs oder sieben Stück hätte geben können".
Übertrieben, aber nicht ganz falsch.
Dann werden diejenigen belehrt, die vor der Saison glaubten, dass der HSV oben mitspielen könne.
Wie konnte es zu dieser Fehleinschätzung kommen?
Immerhin hatten Bild, Mopo und Abendblatt schon anlässlich der alarmierenden Testspielniederlage gegen Valencia eine tiefe HSV-Krise ausgerufen. Und trotzdem scheint es noch realitätsferne Träumer gegeben zu haben. Unglaublich! Wer da nun unberechtigterweise geträumt hat verrät Schnitgerhans uns leider nicht. Waren es Optimisten? Oder Journalistenkollegen? Egal: Schnitgerhans mahnt sie alle in Zukunft nicht mehr zu träumen.
Danach kann es der BILD-Redakteur einmal mehr nicht lassen, sich über eine Sache zu äußern, von der er rein gar nichts versteht. Den sportlichen Bereich also. "Dieser HSV" so klagt er, habe "kein Korsett". Die Oldies Jarolim, Petric und Guerrero "können nicht helfen". Man brauche stattdessen "Erwachsene" und dürfe so schnell keine "Jugendherberge" aus dem HSV machen, denn "das geht nicht". Ein Umbruch allerdings sei zweifellos "notwendig".
Das alles ist doch sehr destruktiv, konfus und widersprüchlich. Doch auf Erklärungen müssen wir noch mindestens eine Woche warten, denn der Artikel war nach dem floskelhaften Hinweis auf das kommende "sechs-Punkte-Spiel" gegen Hertha am nächten Samstag schon vorbei und endete wie üblich mit drei Punkten...
also dann bis zur nächsten "BILD-Analyse" am nächsten Montag, Prost Jürgen!
P.S. Auch der "kicker" bleibt im Rahmen der Erwartungen, denn der HSV belegt den letzten Platz im aktuellen kicker Notenranking. Selbst Leverkusen und Köln (zuhause 0:3 gegen starke Wolfsburger) konnten da nicht mithalten.
... comment